Ein neues kulturelles Highlight der partnerschaftlichen Zusammenarbeit präsentieren junge
Tänzer und Sänger am Montag, 23. Januar, um 19 Uhr in der Aula der Realschule Crange, Semlerstraße 4. „Der kleine
Rafael und die Spieluhr“ heißt das Musical, das Jugendliche aus Herne und der polnischen Partnerstadt Konin aufführen.
Im August 2011 reisten sieben Jungs und drei Mädchen nach Konin. Sie gehörten dem „Jungen Pottporus“ an und wurden von
Kama Frankl und Lin Verleger künstlerisch betreut. Unter der Leitung des bekannten Warschauer Schauspielers Bartek
Nowosielski erarbeiteten sie ein neues Stück. Eine präzise Arbeitsteilung schuf die Möglichkeit, das brandneue Musical
in kurzer Zeit einzustudieren: Während die Herner ihre Tanzchoreographien beisteuerten, brachten sich die Koniner mit
einem bunten Reigen an bekannten deutschen, englischen und polnischen Songs ein.
Erfolgreiche Premiere
Die Handlung basiert auf einer einfachen Idee: Nachdem der kleine Rafael durch die Melodie einer Spieluhr
eingeschlafen ist, werden die Zahnräder und anderen Mechanikteile der Uhr zum Leben erweckt. Sie unternehmen eine
musikalische und tänzerische Reise – und die Geschichte nimmt ihren Lauf. „Nachdem die Premiere vor vollem Haus in
Konin ein großer Erfolg war, soll auch Herne in den Genuss des Kulturbeitrages kommen“, sagt Kama Frankl.
Unterstützung finden die jungen Künstler von der Jugendförderung Herne. Wilfried Papenbrock und Thorsten Nagel vom
städtischen Kulturzentrum Heisterkamp standen schon beim Vorläufer, dem Kulturhauptstadt-Projekt „wave
to community“, fördernd dahinter. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit war eine musikalisch-tänzerische
Produktion, die 2010 ebenfalls in der Aula der Realschule Crange aufgeführt wurde.
Jugendliche zum Mitmachen gesucht.
Papenbrock und Nagel laden „alle Jugendlichen, die sich für Tanz, Theater und Musik interessieren, ein, bei der
nächsten Produktion mitzumachen.“ Termine und Stück stehen noch nicht fest, aber wenn genügend Interessierte zur
Verfügung stehen, kann es losgehen.
Montag, 23. Januar, 19 Uhr: Musical: Der kleine Rafael und die Spieluhr. Aula Realschule Crange, Semlerstraße 4.
Infos: Telefon 0 23 25 / 37 55 91 (Heisterkamp).
Bundespräsident Joachim Gauck ist in Warschau zu Gesprächen mit dem polnischen Regierungschef Tusk und dem Präsidenten Komorowski zusammengekommen. Gauck lobte Polen als "das europäische Land der Freiheit". Er werde sich in Polen immer wohlfühlen. Deutsche und polnische Jugendliche könne man auf einem großen Rockfestival näher zusammenbringen.
Bei seinem Antrittsbesuch in Warschau hat Bundespräsident Joachim Gauck mit seinem polnischen Kollegen Bronislaw Komorowski eine weitere Vertiefung der Beziehungen beider Länder vereinbart. Er wolle die Freundschaft zwischen beiden Ländern gemeinsam mit Komorowski durch "zusätzliche Initiativen" bereichern, die vor allem auf junge Menschen abzielen sollten, sagte Gauck am Dienstag in Warschau.
Komorowski hob hervor, dass Gauck Polen als erstes Auslandsziel nach seiner Wahl ausgesucht habe. Er werte dies als "Symbol" dafür, dass das deutsch-polnische Verhältnis "weit darüber hinaus geht, was eine normale Zusammenarbeit auszeichnet". Gauck und Komorowski vereinbarte unter anderem einen gemeinsamen Auftritt vor jungen Leuten an der Viadrina-Universität in Frankfurt/Oder. Außerdem berieten sie darüber, wie sie junge Deutsche und Polen näher zusammenbringen können - "vielleicht auf einem großen Rockfestival", sagte Gauck.
Beide Präsidenten lobten die Offenheit und Herzlichkeit ihrer Gespräche. "Wir waren so weit weg von den alten Lasten, die unsere Völker getrennt haben, und so dicht an den Werten, die uns verbinden", sagte Gauck. Komorowski sagte, er wolle mit Gauck die enge Freundschaft fortsetzen, die er zu dessen Vorgänger Christian Wulff unterhalten hatte.
Gauck hob nach dem Gespräch besonders die proeuropäische Orientierung Polens hervor. Polen spiele in der gegenwärtigen europäischen Krise eine stabilisierende Rolle: Er sei "erfreut, dass sich Polen so dezidiert der Stabilitätspolitik angeschlossen hat", sagte Gauck. Deutschland seinerseits wolle seiner Verantwortung in der Krise gerecht werden: "Die Wahrheit ist, dass wir Geld, manchmal auch viel Geld, in eine unsichere Situation hinein investieren müssen." Er hoffe, dass die europäischen Regierungen "die Kraft haben, in der Krise mehr Europa zu wagen", sagte Gauck weiter. Polen sei für ihn "das europäische Land der Freiheit".
Am Vorabend hatte Komorowski den Bundespräsidenten und dessen Lebensgefährtin Daniela Schadt zu einem gut dreistündigen privaten Treffen in seiner Residenz im Warschauer Belweder-Palast empfangen. Bei der Begrüßung hatte Gauck gesagt, der Polen-Besuch gleich zu Beginn seiner Amtszeit sei ihm "eine Herzenssache". Die meisten Vorgänger Gaucks hatten ihre erste Auslandsreise als Bundespräsident nach Frankreich unternommen.